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Stilepochen Besteck
Mittelalter
Für das Zerteilen und das Vorschneiden gab es viele Messer verschiedenster Größe und Mächtigkeit, je nach ihrer Funktion, der Art des Fleisches sowie der Größe des Bratens. Bereits zerkleinerte Fleischstücke mussten angerichtet werden, wozu breite, vielfach in Paaren vorkommende Vorlegemesser mit gerundetem Vorderteil benutzt wurden. Sie waren oft besonders prächtig gestaltet.
Bildquelle: Klaus Marquardt, Eßbesteck -Eine Kunstsammlung, Europäisches aus acht Jahrhunderten, Arnoldsche VerlagRenaissance und Manierismus
Die kunstvoll gearbeiteten und verzierten Geräte zum Zerkleinern und Anreichern der Speisen wurden im Stil der Renaissance weiterentwickelt. Es tauchte auch eine neue Kombination von zusammengehörigen Geräten auf - Messer, Sägen, Feilen, Pfrieme und Bohrer. Gleichzeitig war Silber zu einem wichtigen Statussymbol der wohlhabenden Adels- und Bürgerschicht geworden, aber ebenso auch für die breite Bevölkerung.
Bildquelle: Klaus Marquardt, Eßbesteck -Eine Kunstsammlung, Europäisches aus acht Jahrhunderten, Arnoldsche VerlagBarock und Rokoko
Im weiteren Verlauf des 18. Jahrhunderts verliert das Schau-Tranchieren seine Bedeutung; die damit verbundenen Tätigkeiten verlagern sich in die Küche. Die Stilentwicklung der Bestecke entsprach durchaus der des übrigen Kunstgewerbes, auch was die einzelnen Regionen betraf: Ein üppiger Überschwang im Süden und natürliche, schlichte Formen im Norden.
Bildquelle: Klaus Marquardt, Eßbesteck -Eine Kunstsammlung, Europäisches aus acht Jahrhunderten, Arnoldsche VerlagKlassizismus und Biedermeier
Historismus
Es bleibt aber festzuhalten, dass während des Historismus alle möglichen Stile vergangener Epochen bis ins Detail kopiert wurden. Statt eigener Inspiration bestimmt die Nachahmung die Besteckherstellung dieser Zeit.
Bildquelle: Klaus Marquardt, Eßbesteck -Eine Kunstsammlung, Europäisches aus acht Jahrhunderten, Arnoldsche Verlag Jugendstil und neue Sachlichkeit
Gegen Ende des 19. Jahrhunderts setzte die Zeit des Jugendstils neue Akzente bei der Gestaltung von Besteckteilen. Reichhaltige Ornamente und Formen, die der Natur nachempfunden waren, wurden auf die Griffe der Bestecke übertragen. Eine Besonderheit der Besteckgeschichte im 19. Jahrhundert war die Entwicklung spezieller Servierteile. Verarbeitungsmaterial für diese Geräte - wie auch für die übrigen Besteckteile - war hauptsächlich Silber.
Bildquelle: Klaus Marquardt, Eßbesteck -Eine Kunstsammlung, Europäisches aus acht Jahrhunderten, Arnoldsche Verlag